Ätherische Öle im Laufe der Geschichte

 

Bereits die alten Hochkulturen verwendeten ätherische Öle, teils für kultische Handlungen, teils für medizinische Zwecke, in ihnen war die Seele der Pflanzen enthalten und konnte heilen aber auch Schaden bewirken. Öle wurden bereits im alten Ägypten zur Einbalsamierung der Toten benutzt, durch sie war das mumifizieren möglich, da sie schädigende Keime und Fäulniserreger abtöten können. Dieses Wissen machten sich die Ärzte zu Pestzeiten wieder zu Nutze, die langnasigen Masken der Pestärzte enthielten einen luftdurchlässigen Füllstoff, getränkt mit antibakteriellen Flüssigkeiten, darunter auch unterschiedliche ätherische Öle. Dieser Trick ermöglichte die teilweise Kontrolle der von der Pest heimgesuchten Städte. 


Zu Pestzeiten entstand auch das Rezept des " Essigs der 4 Diebe", auch bekannt als "4 Räuber Essig". Wahrscheinlich ist heute niemand mehr in der Lage, sich die Zustände in den mittelalterlichen, von der Pest verseuchten, Städten vorzustellen. Diese Städte waren ohne die geringste Abfallentsorgung, was der Mensch nicht mehr benötigte wurde auf die Strasse geworfen, gleich ob Fäkalien, Küchenabfälle, Schlachtabfälle und tote Haustiere - vermischt mit Wasser und Regen und dem Klima ausgesetzt, war dies eine Brutstätte von Bakterien des schlimmsten Sorten, stank über Kilometer zum Himmel und war außerdem Nahrung für Mäuse und Millionen von Ratten. Ratten sind der Zwischenwirt den die Pest benötigt um sich auf den Menschen zu übertragen, sie trugen die Pestflöhe in die Häuser der Menschen. Durch den Stich dieser Flöhe kamen die Pesterreger in die Blutbahn des Menschen und konnten sich nun von Mensch zu Mensch weiter verbreiten. Anfangs wurden die Pestkranken und Pesttoten dann noch vor die Städte gebracht, durch die Entvölkerung der Städte durch Flucht und Tod war dies aber zur Spitze der Pest nicht mehr möglich - selbst Leichen verblieben in den Häusern oder wurden nur auf die Strasse oder zu bestimmten Plätzen innerhalb der Stadtmauern gebracht - die Pest war nicht mehr aufzuhalten. Die Abneigung gegen Hygiene jeglicher Art machte eine Eindämmung unmöglich - Menschen dieser Zeit hielten Wasser und Waschen für Ungesund und waren sogar der Meinung das dies erst die Pest ermöglichte. Kirchliche Würdenträger nutzten die Pest und die Angst vor der Pest aus und redeten der Bevölkerung ein, die Pest wäre eine Strafe für Sünden. 

Über kurz oder lang waren die Städte nicht mehr zu betreten und starben aus. Diesen Zustand machten sich 4 Diebe vor den Toren der Stadt Toulouse zu Nutze, die Stadt waren menschenleer und von der Pest verseucht und konnte nicht betreten werden. Der Besitz der Bevölkerung war aber unversehrt und herrenlos. Sie "entwickelten" den Pestessig, banden sich mit diesem Essig getränkte Tücher vor Mund und Nase und konnten nun - zumindest teilweise geschützt, die Stadt plündern. Von den Dieben ist heute nicht mehr viel bekannt das Rezept des Essigs ist aber überliefert worden.  

 

 

 

Essig der 4 Diebe

8 g getrocknete Absinthspitzen

8 g getrocknete Rosmarienspitzen

8 g getrocknete Salbeispitzen

8 g getrocknete Minzespitzen

8 g Lavendelblüten

8 g Thymianblüten

3 Gewürznelken

1 g Knoblauch

1 g gemahlener Zimt

1 g Muskatnuss

1 g Iriswurzelpulver

500 g Weinessig

16 g Essigsäure

2 g in Alkohol gelöster Kampfer 

 

Zubereitung: 

Die festen Bestandteile werden in einem Mörser oder einer Kaffeemühle feinst zerkleinert, dann wird dieses Pulver in eine Glasflasche gegeben, den Weinessig und die Essigsäure hinzugeben und gründlich miteinander verschütteln, die Flasche verschließen und an einem warmen Ort mindestens 14 Tage ziehen lassen, täglich gut schütteln. Nach der Ziehzeit wird die Flasche geöffnet und der Inhalt durch ein engmaschiges Tuch oder einen Papierkaffeefilter abgeseiht. Den Kampfer hinzugeben und wieder in eine saubere Flasche geben. 


 

Folgende Mischung, gefunden in einem alten Kräuterbuch, dürfte im Sommer interessant sein : 

Lotion wider der stechenden Mücke

Auf 1 Liter 45%igen Obstler gibt man 80 g Zedernholzspäne und 30 g Eukalyptus und läßt dies 5 Tage stehen, täglich gut verschütteln, abfiltern. Die Lotion wird in die Haut eingerieben